12 Explosionen
Video 6 min, 2008
12 Explosionen zeigt eine Reihe von Tableaus, aufgenommen im nächtlichen Wien. Die ausgewählten Orte wirken noch vor dem großen Knall wie Tatorte (auch und vor allem im Sinne des Fernsehkrimis): Zentralperspektivische Aufnahmen schwach erleuchteter Spazierwege, einsamer Parkplätze, einer Fußgängerbrücke aus Stahl. Diese Orte lauern geradezu darauf, dass an ihnen etwas passiert. Und wir wiederum wissen durch den Titel des Films: es wird.
Nach kurzer Ruhezeit fliegt an jedem dieser Orte etwas in die Luft, und zugleich mit dem Knall erfolgt ein Umschnitt auf die gleiche Szenerie aus neuer Perspektive.
Doch diese Schnitte entgehen der Aufmerksamkeit: viel zu abgelenkt ist man durch Licht und vor allem Lärm des Sprengstoffs im öffentlichen Raum.
Und vielleicht ist sogar der Titel eine List, denn wie viele Explosionen gibt es wirklich? Wie viele hört man, und wie viele sind im Bild?
12 Explosionen ist eine kleine, feine Wahrnehmungsstudie eines Filmemachers, der Humor hat und einfach ausprobiert, was ihn am Kino interessiert. Handwerklich präzise, noch nie zuvor gesehen: so soll Experimentalfilm sein.
Johann Lurf
1982 geboren in Wien, ab 2002 Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien bei Walter Obholzer, Erwin Bohatsch, Dorit Margreiter und Harun Farocki. 2008 Slade School of Art, London. 2009 Diplom bei Harun Farocki.